News rund um die BEA

Auf der BEA-Bühne

Lukas Eichenberger gründete schon als 19-Jähriger seinen eigenen Jugendchor und begann mit dem Songwriting – der Leidenschaft für die Musik ist er seither treu geblieben. Neben seinem ersten Solo-Album «Prägt» stammen auch mehrere Musicals aus seiner Feder. Wir haben mit ihm über das Thema Musik im Allgemeinen und seine Inspiration für das neue Programm-Highlight der BEA gesprochen.

 

BEA: Wie ist die Idee für «D’Schwyzer Musigszene trifft sich ar BEA» entstanden?
Lukas Eichenberger: Bei den letzten Besuchen an der BEA habe ich mich wiederholt gefragt, warum ausgerechnet die so reiche Musikszene Berns nirgends vertreten ist. Dabei würde das doch super passen: so viele Menschen an einem Ort, die ja dort auch unterhalten werden wollen. Mit dieser Idee bin ich auf die BEA-Verantwortlichen zugegangen, und alle waren begeistert.

 

Welches Ziel streben Sie mit diesem Projekt an?

Einerseits die BEA mit einem abwechslungsreichen Live-Musik-Programm um eine tolle Attraktion zu ergänzen, andererseits der Musikszene die Möglichkeit zu geben, sich zu präsentieren. Dabei habe ich bewusst auf einen vielfältigen Musikmix geachtet. Bekannte Musiker wie auch Newcomer werden vor Ort spielen. Wichtig ist mir auch die Nähe zum Publikum. Keine grosse Show, sondern das echte Musikerhandwerk sehr nahe am Publikum soll im Vordergrund stehen.

 

Warum haben Sie sich die BEA für diesen Event ausgesucht?

An der BEA sind 300'000 Besucher. Aber nicht alle von ihnen gehen in Clubs um Live-Musik zu hören, bzw. nur, wenn sie den Musiker oder die Band kennen. Durch die BEA kommen viele Besucher mit Live-Musik in Berührung, die sie sonst nicht kennenlernen würden. Zudem kann man die Musiker nicht nur hören, sondern auch CDs und Tickets kaufen oder sogar für ein eigenes Fest buchen.

 

Was unterscheidet die Schweizer Musikszene von der in anderen Ländern?
Gerade in Bern ist sie ein starker Teil der lokalen Identität. Es gibt viele Lieder, die bereits in der Schule gesungen werden. Erst war es Mani Matter, dann Polo und heute Gölä, Peter Reber und Padi Bernhard. Diese Songs sind Volkskultur, mehr als in anderen Ländern. In Deutschland z.B. waren Peter Maffay und Herbert Grönemeyer lange die einzigen, die – nebst der Neuen Deutschen Welle – auf Deutsch gesungen haben. Seit einigen Jahren hat sich dies komplett geändert. In der Schweiz hat dieser Trend mit den Berner Troubadours, Toni Vescoli und anderen viel früher eingesetzt. Mit der Mundart ist die Musikszene stark regional ausgerichtet, mehr als in Ländern, wo zum Beispiel alle nur Englisch singen. Dadurch entsteht eine starke Identifikation. Dabei hat gerade der Kanton Bern nach wie vor enorm reiche und erfolgreiche Szene, obwohl es natürlich überall gute Bands gibt. Ich denke, die Berner Mentalität und der Dialekt eignen sich einfach auch sehr gut, um Geschichten zu erzählen und Lieder zu schreiben. 

 

Wie sind Sie bei der Auswahl der Acts vorgegangen?

Ich habe zusammen mit der BEA und der Kulturfabrik, welche den Barbetrieb im Lounge-Bereich macht, eine lange Liste verfasst. Durch gute Kontakte zu meinem Produzenten und befreundeten Musikern war es dann nicht allzu schwer, die Künstler zu kontaktieren. Thomas Wild, der ehemalige Schlagzeuger von Polo Hofer, hat mir viele Türen geöffnet. Und die Begeisterung war gross. Es war super zu erleben, wie alle mit grosser Freude aufgesprungen sind.

 

Was sehen Sie als grösste Herausforderung bei der Planung und Durchführung des Programms?

In den 10 Tagen BEA werden rund 50 Live-Acts spielen, darunter einige Male ich selbst mit eigenen Formationen oder Gastmusikern. Alle zwei Stunden gibt es Live-Musik, und das 10 Tage lang. Mein Ziel war es, dass jeder BEA-Besucher live etwas miterleben kann bei uns, egal zu welcher Zeit und an welchem Tag er kommt. Die Organisation aller Acts, die technische Umsetzung und die Planung der Details nimmt viel Zeit in Anspruch. Aber dank der super Zusammenarbeit mit der BEA und der grossen Begeisterung der MusikerInnen geht das gut. Zudem ist es die Premiere, beim nächsten Mal wird vieles bereits einfacher sein.

 

Was zeichnet für Sie ein wirklich gelungenes Konzert aus?

Ganz klar: Es muss mich berühren. Gutes musikalisches Können reicht nicht. Es braucht Emotionen, etwas, das mich einnimmt, berührt, nicht mehr loslässt. Für mich sind dies schöne Melodien, sie sind das Zentrum eines Songs, aber auch die Texte, das Arrangement und die Persönlichkeit sind wichtig.

 

Worauf können sich die BesucherInnen der «Musig Schwyz» besonders freuen?

Es gibt, glaube ich, nichts Vergleichbares. In 10 Tagen die Schweizer Musikszene in all ihrer Vielfalt live zu erleben, und dies noch ohne Zusatzeintritt, das ist eine Gelegenheit, die man unbedingt ergreifen sollte. Am besten das Programm herunterladen und sich alle Tage anstreichen, die man nicht verpassen möchte.